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Was Glaube ist

Der Glaube ist nicht eine Beschaffenheit am Geiste, das heißt ein Gedanke; denn wie groß dieser auch immer sein mag, gilt er doch nichts an sich selbst. Sondern das ist der Glaube, der Christus in sich begreift und Christus ergreift. Außer Paulus gibt es diese Theologie nicht.

Martin Luther, Tischreden WA 3175

Dietrich Bonhoeffer über Vertrauen und Selbstverständlichkeiten

Dietrich Bonhoeffer schrieb in einem Fragment aus seiner Gefängniszeit einige Zeilen über sich selbst. Heute, wo Zweifel und Orientierungslosigkeit vorherrschen, sollten wir diese Sätz bedenken:

Wir sind groß geworden in der Ehrfurcht vor dem Gewordenen und dem Gegebenen und damit in der Achtung vor jedem Menschen. Misstrauen gilt uns als gemein und niederträchtig. Vertrauen ist immer ein Sprung über alle guten und bösen Erfahrungen hinweg. Es muss Selbstverständlichkeiten in unserem Leben geben, und man muss den Mut haben, zu ihnen zu stehen. Man kann nicht jeden Tag von vorne Anfangen, indem man alles in Frage stellt, was man gestern gelernt und gewonnen hat. Unsere Selbstverständlichkeiten sind von vielen Generationen erprobt. Sie sind hundert- und tausendmal im Leben bewährt. Die Menschen ändern sich nicht, jedenfalls nicht in ihren wesentlichen Verhältnissen. Das ist ja der große Fehler, dass heute die Menschen immer so tun als finge die Welt erst mit ihnen an, dass sie alles in Frage stellen und darum niemals dazu kommen, den kleinen Baustein beizutragen, der ihnen im Rahmen des Ganzen zukommt. Kein Volk kann nach tausendjähriger Geschichte sein Fundament zum zweiten Mal legen. Bricht das Fundament, dann ist es aus; aber es ist ja nicht so. Das Fundament ist fest und gut.

Kein Gottvertrauen ohne Christus

Ein Gottvertrauen ohne Christus ist leer und ohne Gewissheit, ja es kann nur eine andere Form des Selbstvertrauens sein.
Wer aber weiß, dass Gott in Jesus Christus in unser Leiden eingegangen ist, der darf mit großem Vertrauen sagen: „Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“

Nun wissen wir, dass es kein Leiden auf Erden mehr gibt, in dem Christus nicht bei uns wäre, mit uns leidend, betend, der einzige Helfer.

Dietrich Bonhoeffer

Über den wahren Gott, das Leiden und das Sterben

Was ein Gott, so wie wir ihn uns denken, alles tun müsste und könnte, damit hat der Gott Jesu Christi nichts zu tun. Wir müssen uns immer wieder sehr lange und sehr ruhig in das Leben, Sprechen, Handeln, Leiden und Sterben Jesu versenken, um zu erkennen, was Gott verheißt und was er erfüllt.

Gewiss ist, dass wir immer in der Nähe und unter der Gegenwart Gottes leben dürfen und dass dieses Leben für uns ein ganz neues Leben ist; dass es für uns nichts Unmögliches mehr gibt, weil es für Gott nichts Unmögliches gibt; dass keine irdische Macht uns anrühren kann ohne Gottes Willen, und dass Gefahr und Not uns nur näher zu Gott treiben; gewiss ist, dass wir nichts zu beanspruchen haben und doch alles erbitten dürfen; gewiss ist, dass im Leiden unsere Freude, im Sterben unser Leben verborgen ist; gewiss ist, dass wir in dem allen in einer Gemeinschaft stehen, die uns trägt. Zu all dem hat Gott in Jesus Ja und Amen gesagt. Dieses Ja und Amen ist der feste Boden, auf dem wir stehen.

Dietrich Bonhoeffer, Brief vom 21. April 1944

Seltsam …

Den lebendigen Gott haben unsere Gebildeten verloren und gestehen es selber, dass sie vor lauter Aufklärung nichts mehr Glauben; vor lauter Wissenschaft und Forschung an allem Zweifeln; vor lauter Humanität nichts mehr lieben; vor lauter Fortschritt nichts mehr hoffen.

Der Pädagoge, Naturwissenschaftler und Apologet Friedrich Bettex (1837–1915)

Entweder verdankt die menschliche Intelligenz ihre Entstehung letztlich geist- und zweckloser Materie, oder es gibt einen Schöpfer. Es ist seltsam, dass einige Menschen behaupten, ihre Intelligenz führe sie dahin, die erste der zweiten Möglichkeit vorzuziehen.

Der Mathematikprofessor John Lennox in Hat die Wissenschaft Gott begraben?

Die Musik soll man nicht verachten

Was Martin Luther hier über Musik sagt, trifft wohl nicht auf alle Spielarten derselben zu, finde ich aber grundsätzlich ganz treffend:

Wer die Musik verachtet (sprach D. M. Luther), wie denn alle Schwärmer tun, mit denen bin ich nicht zufrieden. Denn die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes, nicht ein Menschengeschenk. So vertreibt sie auch den Teufel und macht die Leute fröhlich: man vergißt dabei allen Zorns, Unkeuschheit, Hoffart und anderer Laster. Ich gebe nach der Theologie der Musik die nächste Stelle und die höchste Ehre.

Tischreden, WA 7034

An anderer Stelle bekennt der Reformator:

Doch meine Liebe zur Musik, die mich öfters erquickt und von großer Seelenpein befreit hat, ist über die Maßen groß und sprudelt so heraus.

Brief an Ludwig Senfl, Oktober 1530

Das soll mein Glaube sein

Folgende Worte werden Luther zugeschrieben, und sie passen gut zu ihm:

Mir ist es bisher wegen angeborener Bosheit und Schwachheit unmöglich gewesen, den Forderungen Gottes zu genügen. Wenn ich nicht glauben darf, dass Gott mir um Christi willen dies täglich beweinte Zurückbleiben vergebe, so ist’s aus mit mir. Ich muss verzweifeln. Aber das lass ich bleiben. Wie Judas an den Baum mich hängen, das tu ich nicht. Ich hänge mich an den Hals oder Fuß Christi wie die Sünderin. Ob ich auch noch schlechter bin als diese, ich halte meinen Herrn fest. Dann spricht er zum Vater: Dies Anhängsel muss auch durch. Er hat zwar nichts gehalten und alle deine Gebote übertreten, Vater, aber er hängt sich an mich. Was will’s! Ich starb auch für ihn. Lass ihn durchschlupfen. – Das soll mein Glaube sein!

Wie in den Tagen Noahs

Gestern Abend im Hauskreis sprachen wir über das Einbrechen der Sintflut. Noah war der einzige zu seiner Zeit, der in einem rechten Verhältnis zu Gott lebte (vermutlich auch noch seine Familie). Er baute ein riesiges Schiff – für seine Zeitgenossen ein unsinniges Unterfangen. Er predigte Gottes Gerechtigkeit (1Petr 3,19.20; 2Petr 2,5) und wurde nicht beachtet (Mt 24,39).

Es liegt mir fern, in Endzeitstimmung verfallen zu wollen, aber das Vorbild Noahs macht doch Mut konsequent im Vertrauen auf Gott zu leben (vgl. Hebr 11,7) und sich an ihn zu binden. In diesem Zusammenhang ermahnt uns Gott (1Petr 3,8–18):

Endlich aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt. Denn»wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber steht wider die, die Böses tun«. Und wer ist’s, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht; heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Gottesfurcht, und habt ein gutes Gewissen, damit die, die euch verleumden, zuschanden werden, wenn sie euren guten Wandel in Christus schmähen. Denn es ist besser, wenn es Gottes Wille ist, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen. Denn auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.

Und weiter (1Petr 4,1–5):

Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat aufgehört mit der Sünde, dass er hinfort die noch übrige Zeit im Fleisch nicht den Begierden der Menschen, sondern dem Willen Gottes lebe. Denn es ist genug, dass ihr die vergangene Zeit zugebracht habt nach heidnischem Willen, als ihr ein Leben führtet in Ausschweifung, Begierden, Trunkenheit, Fresserei, Sauferei und gräulichem Götzendienst. Das befremdet sie, dass ihr euch nicht mehr mit ihnen stürzt in dasselbe wüste, unordentliche Treiben, und sie lästern; aber sie werden Rechenschaft geben müssen dem, der bereit ist, zu richten die Lebenden und die Toten.

Testimonium Flavianum

Als testimonium flavianum bezeichnet man das Zeugnis des antiken jüdischen Historikers Josephus über Jesus Christus. In seinen Jüdischen Altertümern schreibt er (XVIII 3,3):

Um diese Zeit lebte Jesus, ein Mensch voll Weisheit, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er tat nämlich ganz unglaubliche Dinge und war der Lehrer derjenigen Menschen, welche gern die Wahrheit aufnahmen; so zog er viele Juden und viele aus dem Heidentum an sich. Er war der Messias. Auf Anklage der Vornehmen bei uns verurteilte ihn Pilatus zwar zum Kreuzestode; gleichwohl wurden die, welche ihn früher geliebt hatten, auch jetzt ihm nicht untreu. Er erschien ihnen nämlich am dritten Tage wieder lebend, wie gottgesandte Propheten neben tausend anderen wunderbaren Dingen von ihm verkündet hatten. Noch bis jetzt hat das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, nicht aufgehört.

Die Echtheit dieser Stelle wurde und wird zwar angezweifelt, es konnte aber bisher nicht eindeutig widerlegt werden, dass sie echt ist. An anderer Stelle (XX 9,1) schreibt Jospehus über die Steinigung des Jakobus:

Ananos nun, der wild und draufgängerisch und von jener den Sadduzäern eigenen Härte in Gerichtsdingen war, hielt den Zeitpunkt für geeignet – Festus war gerade gestorben und Albinus noch unterwegs. Er berief deshalb den Hohen Rat zum Gericht und ließ den Bruder Jesu, des sogenannten Christus, Jakobus mit Namen, sowie einige andere, die er der Gesetzesübertretung beschuldigte, zur Steinigung führen.

Zitat aus Nigeria

Wir brauchen Brot, um leben zu können.
Aber wir brauchen die Bibel, um leben zu wollen.