Posts Tagged ‘Wissenschaft’

Wilhelm Schickard

Tübingen ist eine der schönsten Städte Deutschlands – wie ich finde. In Tübingen studierte einst Philipp Melanchthon. Einige Jahrzehnte nach ihm lebte und lehrte dort Wilhelm Schickard. Auch wenn heute Wissenschaftler wie Richard Dawkins behaupten, Glaube und Wissenschaft seien unvereinbar, so beweisen Leute wie Schickard eindeutig das Gegenteil.

Wilhelm Schickard (1592–1632) war nicht nur lutherischer Pfarrer und Dozent für Hebräisch, sondern auch begeisterter Astronom und Mathematiker. Für seinen Freund Johannes Kepler, mit dem er seine Leidenschaft für Wissenschaft genauso teilte wie seinen Glauben, erfand er unter anderem eine Rechenmaschine (die Abbildung zeigt eine Originalzeichnung von Schickard), die Kepler bei seinen astronomischen Berechnungen helfen sollte.

Damit baute Schickard die erste funktionierende Rechenmaschine und legte so, wie Michael R. Williams in seinem Buch History of Computing Technology bemerkt, einen wichtigen Grundstein für die Erfindung des Computers!

Ein Nachbau der Rechenmaschine von Schickard kann im Stadtmuseum von Tübingen bewundert werden. Hier findet sich eine Abbildung dieses Nachbaus.

Übrigens erfand ein anderer Christ und berühmter Mathematiker wenige Jahre nach Schickard und ohne von diesem direkt beeinflusst worden zu sein, eine weitere Rechenmaschine. Sein Name war Blaise Pascal.

Intelligenz verboten

Expelled CoverDie Studiengemeinschaft Wort und Wissen bietet jetzt eine deutsche Überarbeitung der recht interessanten und umstrittenen Dokumentation Expelled von Ben Stein an:

Der in den USA bekannte Journalist Ben Stein geht der Frage nach, warum die Lehre des „Intelligent Design“ (ID) in der Wissenschaft einen so schweren Stand hat, ja sogar unterdrückt wird. Warum wird die Frage nach einem intelligenten Urheber in der Erforschung des Ursprungs der Lebewesen und des Weltalls faktisch nicht zugelassen? Ben Stein sieht die Freiheit, die er als einen Grundpfeiler der amerikanischen Gesellschaft betrachtet, bedroht, jedenfalls im Bereich der Wissenschaft, es gebe keine Freiheit in der Forschung, jeder Frage nachzugehen.

Auf der Seite von Wort und Wissen gibt es eine Filmbesprechung und eine Bestellmöglichkeit.

Wissenschaftlern nachfolgen?

Was ein Wissenschaftler sagt, wird häufig als Faktum hingenommen. Doch auch die Zunft der Gelehrten kann irren. Ganz treffend heißt es in einem Artikel von Zeit-Online mit dem Titel „Affe oder Mensch“:

Wer ewige Wahrheit braucht, muss zum Glauben finden. Denn die Wissenschaft liefert bekanntlich statt Wahrheiten nur mehr oder minder gesicherte Theorien. Ob diese die Realität korrekt beschreiben, darüber wird oft gestritten. Besonders rauflustig geriert sich in dieser Hinsicht die Zunft der Paläoanthropologen, die der evolutionären Geschichte des Menschen nachspürt. Weil der Gegenstand ihrer Forschung erstens weit in der Vergangenheit liegt, zweitens aus ziemlich spärlichen fossilen Knochenfunden besteht und es drittens in der Szene von großen Egos wimmelt, werden Dispute erbittert und gern unter der Gürtellinie ausgetragen. Und wenn es richtig Spaß macht, dann auch jahrzehntelang. … Und wieder einmal beweisen: In der Wissenschaft ist wirklich nichts in Stein gemeißelt – auch nicht, wenn es in Science stand.

Der erste Atemzug

BabyDie erste Herztransplantation war eine Sensation. Doch was jedes Mal bei der Geburt im Körper eines Kindes abläuft, ist enorm viel komplexer, schlicht ein Wunder:

Wenn wir feststellen, dass ein transplantiertes Herz innerhalb einer Person weiterlebt, so ist das wirklich eine unglaubliche Errungenschaft. Doch wie viel grösser ist doch die Errungenschaft, wenn eine Person im Inneren einer anderen Person lebt!

Der ganze Beitrag kann hier nachgelesen werden: factum-magazin.ch

Bildnachweis: Nils Fretwurst

Seltsam …

Den lebendigen Gott haben unsere Gebildeten verloren und gestehen es selber, dass sie vor lauter Aufklärung nichts mehr Glauben; vor lauter Wissenschaft und Forschung an allem Zweifeln; vor lauter Humanität nichts mehr lieben; vor lauter Fortschritt nichts mehr hoffen.

Der Pädagoge, Naturwissenschaftler und Apologet Friedrich Bettex (1837–1915)

Entweder verdankt die menschliche Intelligenz ihre Entstehung letztlich geist- und zweckloser Materie, oder es gibt einen Schöpfer. Es ist seltsam, dass einige Menschen behaupten, ihre Intelligenz führe sie dahin, die erste der zweiten Möglichkeit vorzuziehen.

Der Mathematikprofessor John Lennox in Hat die Wissenschaft Gott begraben?

‘Fundamentalistische’ Christen sind weitherzig

Das ist jedenfalls mein Eindruck – von Ausnahmen abgesehen. Nicht nachzuvollziehen ist nach meiner persönlichen Erfahrung die in eher “liberalen” Kreisen gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung, “fundamentalistisch” denkende Christen, die vielleicht sogar noch daran glauben, dass Gott die Welt so geschaffen hat, wie wir es auf den ersten Seiten der Bibel lesen, seien intollerant, verbohrt und man könne nicht mit ihnen reden – wie jüngst in einem Statement des ACK-Vorsitzenden Friedrich Weber (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen) in idea behauptet wurde. (weiterlesen…)

Unerwartete Evolution – Höhere Tiere stammen nicht von niederen Tieren ab

Die Erkenntnis, dass die Natur, wie wir sie vorfinden, unmöglich ein Akt des Zufalls sein kann, hat mich vor vielen Jahren dazu bewogen, nach Gott zu fragen und zu suchen. Mittlerweile scheint auch die Wissenschaft ihre Anschauungen revidieren zu müssen: (weiterlesen…)

Dawkins und die Theologie

Nach den seltsamen Äußerungen von Richard Dawkins in EXPELLED: No Intelligence Allowed, fand ich die folgende Einschätzung des britischen Literaturtheoretikers Terry Eagleton sehr interessant:

„Stellen Sie sich jemanden vor, der zum Thema Biologie Stellung bezieht, und dessen einziges Wissen dazu auf dem Buch ‚Buch der Vögel Großbritanniens‘ beruht, und Sie haben eine vage Idee davon, wie es sich anfühlt, Richard Dawkins Ansichten über Theologie zu lesen.“

Nichts Neues unter der Sonne

Gerade habe ich mit meiner Frau EXPELLED: No Intelligence Allowed gesehen und hoffe inständig, dass ich Richard Dawkins missverstanden habe, als er von den Außerirdischen sprach (siehe das Interview in Teil 11), deren Existenz er offenbar für wahrscheinlicher hält als die Existenz eines Gottes. Insgesamt bin ich enttäuscht. Nicht von Ben Stein, der seine Sache ganz gut gemacht hat. Es enttäuscht mich, dass Wissenschaftler des 21. Jahrhunderts offenbar nicht mehr zu sagen haben, als 2000 Jahre zuvor. Trotz des technischen Fortschritts wird uns nicht viel mehr als bloße Meinungen und persönliche Überzeugungen angeboten. Das gab es auch schon zur Zeit von Jesus. Im ersten Jahrhundert vor Christus schrieb Titus Lucretius Carus in seinem Werk De rerum natura zu Ehren Epikurs: (weiterlesen…)

Georg Huntemann: Das realexistierende Christentum

HuntemannVor gut drei Jahren, am 9. Oktober 2005, hielt Prof. Dr. Dr. Georg Huntemann seine Abschiedsvorlesung und beendete damit seine 35 Jahre dauernde Lehrtätigkeit an der STH in Basel (ehemals FETA). Geboren wurde Georg Huntemann am 10. Juni 1929 in Bremen, wo er bis heute lebt. In seiner Jugend las er während der Zeit des Nationalsozialismus Mein Kampf von Adolf Hitler und parallel dazu die Bibel. Von letzterer mehr angesprochen, entschloss er sich, am Konfirmandenunterricht teil zu nehmen. Dort traf er auf einen lutherischen Pastor, über den Huntemann später schrieb:

Ich erinnere mich noch, daß ich ihn bei der Anmeldung zum Unterricht wie eine Sehenswürdigkeit anstarrte: Eine lange, hagere Gestalt mit Gehrock und Eckenkragen, weißem Haar, ungemein ausdrucksvollen Augen und wohlklingender Stimme. Als Autorität stellte er einen bemerkenswerten Unterschied dar zu den “Führergestalten” der damaligen Zeit. Welch ein Unterschied zwischen Autorität und Diktatur, Führer und Pastor!

Hier lernte Huntemann einen unverkrampften und lebendigen Christusglauben kennen:

Wichtig ist nicht, was wir in uns fühlen, erleben oder finden. Es geht um den Glauben, in dem wir über uns hinauswachsen und indem wir nicht uns selbst, sondern Christus begegnen.

All das löste in dem jungen Georg den Wunsch aus, Pastor zu werden. So packte er 1949 seine Koffer, um Theologie und Philosophie zu studieren – nicht ahnend, was ihn auf seiner langen Studienreise von (weiterlesen…)