In einer Artikelserie in Bibel und Gemeinde beschäftigt sich Drs. Thomas Jeising seit der Ausgabe 3/08 mit der Thematik Verbalinspiration und Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift. In der jüngsten Ausgabe wird Frage diskutiert, ob die Lehre von der Verbalinspiration nur ein “Betriebsunfall” der Kirchengeschichte sei? Kurt Aland meinte, dass die Lehre von der Verbalinspiration nur entstehen konnte, weil die Christen des 16. und 17. Jahrhunderts fälschlicherweise angenommen hätten, dass sie in bestimmten ausgewählten Abschriften des NT den irrtumsfreien Urtext besitzen würden. Jeising schreibt dazu:
Muss man tatsächlich sagen, dass die Verbalinspirationslehre mit ihrer Überzeugung von der Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift einen bedauerlichen “Betriebsunfall” darstellt, der mit dem Wissen von fehlerhaften Abschnitten nie passiert wäre? Ein genauer Blick in die Kirchengeschichte zeigt, dass Alands Behauptung so nicht richtig sein kann. Es stehen nämlich in der Christenheit zwei Erkenntnisse seit jeher ohne Konkurrenz nebeneinander. Es gehört offenbar zum Grundwissen der Christen, dass die Urschriften der Bibel, also die Autographen, aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr vorhanden sind. Aber zugleich war man der Überzeugung, dass Gottes Geist für die einzelnen Wörter und Formulierungen verantwortlich war, ohne dass die Autoren der biblischen Schriften dabei zu willenlosen Werkzeugen wurden. Das ist, was unter Verbalinspiration zu verstehen ist.
Dieser Ansatz wird dann anhand eines Blickes in die Kirchengeschichte untermauert. Die Hefte von Bibel und Gemeinde mit dieser Artikelserie können beim Bibelbund bestellt werden. Das Heft 3/08 steht zum kostenlosen Download zur Verfügung: