Posts Tagged ‘Reformation und Kirchengeschichte’

Luther – Calvin – Melanchton

Wer einmal einen Einblick in das theologische Denken der bekanntesten Reformatoren bekommen und ungern viel lesen möchte, der hat mit diesem recht gelungenen Hörbuch die Gelegenheit dazu:

Martin Luther, Johannes Calvin und Philipp Melanchthon sind drei der wichtigsten Reformatoren. In diesem Hörbuch werden sie jeweils mit einer zentralen theologischen Schrift porträtiert. Die Texte werden umfassend erläutert und in ihren problemgeschichtlichen Kontext gestellt. Der Hörer erhält damit einen Einblick in die zentralen theologischen Fragen und Probleme reformatorischen Denkens.Mit Martin Luther, Johannes Calvin und Philipp Melanchthon werden in diesem Hörbuch drei der wichtigsten Reformatoren anhand ihrer zentralen Schriften porträtiert. Die vorgestellten Texte haben die Entwicklung des theologischen Denkens entscheidend mitbestimmt und gehören deshalb zu den Schlüsselwerken der protestantischen Theologiegeschichte. Ihre Kenntnis ist darüber hinaus auch für das Verständnis der gegenwärtigen theologischen Debatten unerlässlich.

Jede der drei vorgestellten Schriften (Luther: De servo arbitrio / Calvin: Institutio Christianae Religionis / Melanchthon: Loci communes) wird umfassend kommentiert und erläutert: Die Autoren stellen die Texte in ihren jeweiligen problemgeschichtlichen Kontext, erörtern die Stellung des Werkes in der Entwicklung des Autors, informieren über Inhalt und Aufbau der Schrift und beleuchten dessen Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte.

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Die Reformation, die Deutschen und Johannes Calvin (aktualisiert)

Dr. Victor d’Assonville, Dozent für Kirchengeschichte und systematische Theologie an der Akademie für reformatorische Theologie, hat in einer kleinen Vortragsreihe zu Martin Luther und  Johannes Calvin mit dem Titel „Die Reformation, die Deutschen und Calvin“ in der Zeitschrift Bekennende Kirche mittlerweile den sechsten Teil veröffentlicht. Die Vorträge stehen als PDF und als mp3-Lesung zur Verfügung:

  1. Luther und Calvin – Einleitung (PDF | mp3)
     
  2. Luther und Calvin – Ein respektvolles Verhältnis (PDF | mp3)
     
  3. Luther und Calvin – Gemeinsamkeiten und Unterschiede (PDF | mp3)
     
  4. Luther und Calvin – Zwei Reformatoren, eine Reformation (PDF | mp3)
     
  5. Musste Reformation sein? (PDF | mp3)
     
  6. Martin Bucer – ein väterlicher Freund Calvins (PDF)

Calvin College Bilbliothek

Daniel Dangendorf hat in seinem Blog auf die Online-Bibliothek des Calvin College hingewiesen. Dort stehen mittlerweile viele Schriften von Martin Luther, Johannes Calvin, Philipp Melanchton und vielen anderen zum Download bereit. Darüberhinaus finden sich Werke zahlreicher Autoren der Reformation, aber auch der Patristik und der Philosophie, Bekenntnisschriften, Bibeln uvm. Die Dateien stehen weitgehend im PDF-Format zur Verfügung. Zur Übersicht in der Online-Bibliothek geht es hier: Hekman Library

Wer ist ein Christ?

Dazu schreibt Dietrich Bonhoeffer:

Christ ist der Mensch, der sein Heil, seine Rettung, seine Gerechtigkeit nicht mehr bei sich selbst sucht, sondern bei Jesus Christus allein. Er weiß, Gottes Wort in Jesus Christus spricht ihn schuldig, auch wenn er nichts von eigener Schuld spürt, und Gottes Wort in Jesus Christus spricht ihn frei und gerecht, auch wenn er nichts von eigener Gerechtigkeit fühlt. Der Christ lebt nicht mehr aus sich selbst, aus seiner eigenen Anklage und seiner eigenen Rechtfertigung, sondern aus Gottes Anklage und Gottes Rechtfertigung. Er lebt ganz aus Gottes Wort über ihn, in der gläubigen Unterwerfung unter Gottes Urteil, ob es ihn schuldig oder ob es ihn gerecht spricht. Tod und Leben des Christen liegen nicht in ihm selbst beschlossen, sondern er findet beides allein in dem Wort, daß von außen auf ihn zu kommt, in Gottes Wort an ihn. Die Reformatoren haben es so ausgedrückt: unsere Gerechtigkeit ist eine „fremde Gerechtigkeit“, eine Gerechtigkeit von außen her (extra nos).

Damit haben sie gesagt, daß der Christ angewiesen ist auf das Wort Gottes, das ihm gesagt wird. Er ist nach außen, auf das auf ihn zukommende Wort ausgerichtet. Der Christ lebt ganz von der Wahrheit des Wortes Gottes in Jesus Christus. Wird er gefragt: wo ist dein Heil, deine Seligkeit, deine Gerechtigkeit? so kann er niemals auf sich selbst zeigen, sondern er weist auf das Wort Gottes in Jesus Christus, das ihm Heil, Seligkeit, Gerechtigkeit zuspricht. Nach diesem Worte hält er Ausschau, wo er nur kann. Weil es ihn täglich hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, darum verlangt er immer wieder nach dem erlösenden Worte. Nur von außen kann es kommen. In sich selbst ist er arm und tot. Von außen muß die Hilfe kommen, und sie ist gekommen und kommt täglich neu in dem Wort von Jesus Christus, das uns Erlösung. Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit bringt.

Und dazu passend schreibt er wenig später:

Gott ist nicht ein Gott der Gemütsregungen, sondern der Wahrheit.

Quelle: Gemeinsames Leben, Seitenangabe folgt …

Martin Luther Film

Am Sonntag (30.5.) um 15.00 Uhr zeigt BibelTV einen echten Klassiker: Die schwarz-weiß Luther-Verfilmung mit Niall MacGinnis.

Luther (Niall MacGinnis) tritt in Erfurt dem Augustinerorden bei. Seine bohrenden Fragen kann er jedoch weder dort noch auf einer Pilgerfahrt nach Rom lösen. Erst viel später, als Professor der Theologie in Wittenberg, findet er im Studium der Bibel den erlösenden Gedanken der Gerechtigkeit vor Gott durch den Glauben. Dort beginnt auch sein Widerstand gegen die Missbräuche der Kirche seiner Zeit.

Der Film kann auch als DVD erworben werden: scm-shop.de

Die vier Säulen der Reformation

Unter dem Titel „Die vier Säulen der Reformation“ hat Dr. Bernhard Kaiser Vorträge zu den vier Solas (Christus allein, allein aus Gnade, allein die Schrift, allein aus Gauben) der Reformation veröffentlicht. Auch wenn der Stil von Dr. Kaiser wohl für manche etwas gewöhnungsbedürftig sein mag und die Vorträge die reformatorische Lehre schwerpunktmäßig auf dem Hintergrund des Katholizismus behandeln, werden doch auch in der heutigen evangelikalen Welt weite verbreitete Konzepte und Anschauungen angesprochen und kritisch hinterfragt. Diese Vorträge sind auf jeden Fall hörenswert:

Wie man den Tag beginnen soll

Dazu schreibt Martin Luther in seinem Kleinen Katechismus (als PDF):

Des Morgens, so Du aus dem Bett fährst, sollst Du Dich segnen mit dem heiligen Kreuz und sagen: Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

Darauf knieend oder stehend den Glauben und Vaterunser. Willst Du, so magst Du dies Gebetlein dazu sprechen:

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, Deinen lieben Sohn, dass Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, dass dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände; Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Und alsdann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder die zehn Gebote oder was Deine Andacht gibt.

Calvin & Melanchton bei der ARD

In der ARD Mediathek finden sich zahlreiche Podcasts über Johannes Calvin, auf die ich hier aufmerksam machen möchte: ard.de

Auch über Philipp Melanchton gibt es hier, hier und hier hörenswerte Podcasts.

Das causa secunda Problem

Kann der Mensch etwas zu seinem Heil beitragen und dem Werk Gottes etwas hinzufügen? Das ist eine Frage, die wohl jeden Christen einmal umtreibt. Dr. Bernhard Kaiser ist dem in einem anspruchsvollen Aufsatz mit dem Titel „Die causa secunda als fundamentaltheologisches Problem“ nachgegangen:

Konkret ist hier die Frage, ob der Mensch sich kraft seiner natürlichen Anlagen und Fähigkeiten synergistisch am Handeln Gottes beteiligen kann, ob er sich beispielsweise durch seinen freien Willen (als geschöpflicher Größe) Gott zuwenden kann, etwa im Bereich der Erkenntnis oder der Erlangung des Heils oder in der Gotteserfahrung überhaupt. Ebenso ist die Frage, inwiefern das Geschöpf in seiner Existenz beteiligt wird im Heilshandeln Gottes, also die Frage, ob und wie sich die neue Kreatur an der alten darstellt.

Leider stehen Fächer wie Fundamentaltheologie im freikirchlichen Bereich nur selten auf dem Lehrplan. Doch gerade Theologiestudenten sollten sich mit fundamentaltheologischen Fragestellungen beschäftigen.

Der Aufsatz kann hier heruntergeladen werden: irt-ggmbh.de

Lesenswert sind auch folgende (leichter verständliche) Aufsätze von Dr. Kaiser:

Martin Luthers Sprachverständnis

Einen, wie mir scheint (ich habe ihn bisher nur überflogen), interessanten Aufsatz über Martin Luthers Sprachverständnis hat Daniel Wagner, Student an der Universität Zürich, verfasst. Beachtenswert ist dabei unter anderem die Skizzierung von Luthers Bibelverständnis. Die Arbeit mit dem Titel „Mittelalterliches Weltbild und wissenschaftliches Arbeiten auf modernem Niveau. Martin Luthers Sprachverständnis im Kontrast zu modernen Positionen“ kann hier heruntergeladen werden: irt-ggmbh.de