Es ist ein seltsames Bild: Da sind zwei der Apostel unterwegs, bewegt von den Ereignissen und Berichten der letzten Tage und Stunden (vgl. Lk 24,13 ff.). Sie sind nicht in der Lage, sich auf all das Erlebte einen Reim zu machen, bis ein mysteriöser Fremder zu ihnen tritt und zuhört. Sie erzählen ihm in ihrer Ratlosigkeit alles. Seine Reaktion muss die beiden hart getroffen haben:
O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! (Lk 24,25)
Der geheimsvolle Fremde ist der auferstandene Jesus Christus, der seine Jünger rügt, weil sie nicht im Stande waren, die Ereignisse im Licht der Heiligen Schrift zu deuten:
Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war. (Lk 24,27)
Jesus lenkt den Blick der Jünger, die sich angstvoll zurückgezogen hatten und nicht mehr weiter wussten, auf das, was die Bibel über ihn sagt. Ganz ähnlich verhält es sich in der darauf folgenden Begegnung zwischen Jesus und seinen Jüngern. Wieder trifft der Auferstandene auf erstaunten und ängstlichen Unglauben und wieder lenkt er die Aufmerksamkeit der Jünger auf das Zeugnis der Schrift:
Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, sodass sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: So steht’s geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem und seid dafür Zeugen. (Lk 24,44-48)
Im Wort der Bibel findet der Gaube der Jünger das tragfähige Fundament für ein Leben als Zeugen und Nachfolger Christi. Jesus selbst ist dabei derjenige, der Schlüssel und Tür zum Verständnis der Bibel ist. Was er damals in leiblicher Gegenwart tat, tut er heute bei denen, die ihm vertrauen, durch seinen Geist (siehe Lk 24,49; Apg 2,4; Joh 14,26; Joh 15,26; 1Joh 2,20.27). Wer folglich hier und da nach Orientierung und Wegweisung sucht und dabei meint, ohne das Licht der Heiligen Schrift Christus nachfolgen zu können, der wird im Dunkel wandern – denn Christus verweist uns auf die Bibel.

