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Siehe, das Lamm Gottes

Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!

Johannes der Täufer über Jesus, Johannes 1,29

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.

Johannes 3,16.17

Christus verweist auf die Bibel

Es ist ein seltsames Bild: Da sind zwei der Apostel unterwegs, bewegt von den Ereignissen und Berichten der letzten Tage und Stunden (vgl. Lk 24,13 ff.). Sie sind nicht in der Lage, sich auf all das Erlebte einen Reim zu machen, bis ein mysteriöser Fremder zu ihnen tritt und zuhört. Sie erzählen ihm in ihrer Ratlosigkeit alles. Seine Reaktion muss die beiden hart getroffen haben:

O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! (Lk 24,25)

Der geheimsvolle Fremde ist der auferstandene Jesus Christus, der seine Jünger rügt, weil sie nicht im Stande waren, die Ereignisse im Licht der Heiligen Schrift zu deuten:

Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war. (Lk 24,27)

Jesus lenkt den Blick der Jünger, die sich angstvoll zurückgezogen hatten und nicht mehr weiter wussten, auf das, was die Bibel über ihn sagt. Ganz ähnlich verhält es sich in der darauf folgenden Begegnung zwischen Jesus und seinen Jüngern. Wieder trifft der Auferstandene auf erstaunten und ängstlichen Unglauben und wieder lenkt er die Aufmerksamkeit der Jünger auf das Zeugnis der Schrift:

Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, sodass sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: So steht’s geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem und seid dafür Zeugen. (Lk 24,44-48)

Im Wort der Bibel findet der Gaube der Jünger das tragfähige Fundament für ein Leben als Zeugen und Nachfolger Christi. Jesus selbst ist dabei derjenige, der Schlüssel und Tür zum Verständnis der Bibel ist. Was er damals in leiblicher Gegenwart tat, tut er heute bei denen, die ihm vertrauen, durch seinen Geist (siehe Lk 24,49; Apg 2,4; Joh 14,26; Joh 15,26; 1Joh 2,20.27). Wer folglich hier und da nach Orientierung und Wegweisung sucht und dabei meint, ohne das Licht der Heiligen Schrift Christus nachfolgen zu können, der wird im Dunkel wandern – denn Christus verweist uns auf die Bibel.

Bist Du Israels Lehrer und weißt das nicht?

Wie kommt der Mensch zu einem neuen Leben, einem Leben in der Gemeinschaft mit Gott? Diese Frage diskutierte eines Nachts Nikodemus mit Jesus (vgl. Joh 3). Nikodemus war ein Theologe, ein Lehrer, der dem Volk Gottes den Weg zu Gott weisen sollte. Doch wie auch viele Theologen heute über Gott reden und doch nicht zu Gott führen, so war auch der gelehrte Nikodemus blind im Blick auf Gott und lebte im Irrtum, aus dem ihn nur die Begegnung mit Jesus befreien konnte.

Jesus erhellt den Blick des Nikodemus und erklärt ihm, dass der einzige Weg zu Gott über den gekreuzigten Christus führt (Joh 3,14–18). Wer zu Gott will, kommt am Kreuz Christi nicht vorbei, und wer Menschen zu Gott führen will, muss das Kreuz lieben, denn im Kreuz offenbart sich die Liebe Gottes (Joh 3,16).

Zwischen Himmel und Erde

Mit diesem schönen Lied wünsche ich euch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche …

PS: Vier Wochen Blogpause ist dann doch zu viel ;-)

Gedanken zum Kreuz

  1. Das Kreuz offenbart den Hass der Welt gegen Gott.
  2. Das Kreuz offenbart die Liebe Gottes zur Welt.
  3. Das Kreuz offenbart die menschliche Bosheit und Grausamkeit.
  4. Das Kreuz offenbart die vergebende Güte Gottes.
  5. Das Kreuz offenbart so die Gerechtigkeit Gottes.
  6. Und das Kreuz offenbart so unsere Ungerechtigkeit.
  7. Es gibt keine rechte Selbsterkenntnis ohne das Kreuz.
  8. Es gibt keine wahrhaftige Gotteserkenntnis ohne das Kreuz.

Der Weg des Kreuzes

Das Kreuz ist zu dem Symbol für das Christentum geworden. Allerdings vergessen die Christen in der westlichen Welt nur allzu gerne und allzu schnell, dass das Kreuz nicht nur ein Symbol ist, sondern dass allein der Weg des Kreuzes zum Heil führt und dass es ohne Kreuzigung kein Leben gibt. Glenn M. Penner schreibt in seinem Buch In the Shadow of the Cross: A Biblical Theology of Persecution and Descipleship:

Diese Methode des Kreuzes, die für die Juden ein Ärgernis und für die Heiden schlicht Torheit ist, hat sich als „Gottes Weisheit“ und „Gottes Kraft“ (1.Kor 1,21-25) erwiesen. Dieser Weg der Demütigung und Schwäche, des Leidens und der Selbstaufopferung – so sagt Paulus den Korinthern – ist Gottes Art zu handeln; es ist Gottes Art, sich für die Menschheit zu engagieren, und es ist seine Art, die Probleme der Menschheit zu lösen. „Über das Kreuz hinaus“ zu gehen bedeutet nach Paulus’ Ansicht weder Fortschritt noch Reife, sondern eine vollständige Preisgabe Christi. Das Kreuz ist für die Botschaft und die Methode des Evangeliums von zentraler Bedeutung. Als solches steht es sowohl einem Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten als auch jeder Art überheblicher „Supergeistlichkeit“ ablehnend gegenüber.

Frage und Antwort: Datum der Kreuzigung?

Frage: Wann ist Jesus wirklich gekreuzigt worden? Beim Lesen verschiedener Bibeln, Bibelkommentare und Bücher wird die Frage brennend. Jeder Autor kommt nach seinen Berechnungen auf Grund biblischer Berichte auf ein anderes Datum. Auch der Wochentag schwankt zwischen Donnerstag und Freitag. Welche Argumente sprechen für welche Lösung?

Antwort: Die vorliegende Frage ist durchaus naheliegend, denn die Evangelien machen zahlreiche exakte Angaben zum Datum der Kreuzigung. Die Daten liegen natürlich alle in den damaligen Kalendersystemen vor, sind aber so, dass sie vergleichbar wären mit der Angabe des Datums, dass ich für das wahrscheinliche halte: Freitag, der 7. April 30 (zwischen 9 und 15 Uhr). Damit aber beginnt das Problem. Die von mir gemachte Angabe ist ein proleptisches Datum, denn der bei uns heute gebräuchliche, so genannte gregorianische Kalender hat seine allgemeine Geltung erst wenige hundert Jahre. Er wurde ab 1582 eingeführt, aber galt in manchen Bereichen Deutschlands erst im 18. Jahrhundert und die russisch-orthodoxe Kirche feiert ihren 24. Dezember immer noch am 6. Januar, weil sie den gregorianischen Kalender nicht eingeführt hat. Deswegen fand die russische Oktoberrevolution auch am 7. November 1917 statt, jedenfalls nach (unserem) gregorianischen Kalender. Denn die Russen richteten sich damals noch nach dem Julianischen Kalender, der zwar schon 46 v. Chr. von Julius Caesar eingeführt wurde, aber auch nicht überall gültig wurde. Auch die Bezeichnung der Wochentage und Monate, die Abgrenzung der Monate und Jahreswenden und die Feststellung der Uhrzeit war zu neutestamentlicher Zeit anders. Man rechnet also unser System rückwärts in die Zeit bevor es Gültigkeit besass, d.h. proleptisch. Dabei muss eine Synchronisation zwischen römischen Zeitangaben, jüdischem Kalender und Festtagskalender und dem unsrigen vorgenommen werden. (weiterlesen…)