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Die historische Glaubwürdigkeit der Auferstehung Jesu

Auf einen sehr hörenswerten Vortrag über die historische Glaubwürdigkeit der Auferstehung Jesu Christi des Althistorikers Dr. Jürgen Spieß hat Ron Kubsch hingewiesen. Der Vortrag kann hier angehört werden:
 

In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmals auf den Aufsatz Der christliche Glaube hat Gründe des Theologen und Juristen Prof. John Warwick Montgomery hinweisen, der hier gelesen und heruntergeladen werden kann: Glauben und Denken heute (Nr. 4)

Christus und Der Herr der Ringe

Die Interpretationen von Der Herr der Ringe sind vielfältig. Manche behaupten der Autor J. R. R. Tolkien hätte auf heidnische Mythen zurückgegriffen, andere meinten, Tolkien würde die Geschehnisse seiner Zeit verarbeiten, wieder andere sehen in der Trilogie durchaus christliche Züge. Tolkien selbst schrieb 1953 in einem Brief an Robert Murray:

The Lord of the Rings is of course a fundamentally religious and Catholic work; unconsciously so at first but consciously in the revision. I … have cut out practically all references to anything like ‘religion,’ to cults and practices in the imaginary world. For the religious element is absorbed into the story and the symbolism.

In einer demnächst erscheinenden Aufsatzsammlung schreibt Prof. John Warwick Montgomery in seinem Artikel Tolkien: Lord of the Occult? (Übersetzung von mir; mit freundlicher Genehmigung des Verfassers.):

Die allumfassende Handlung von Der Herr der Ringe (ein kosmischer Kampf zwischen Gut und Böse, wobei das Gute letztlich durch die Tugend eines sühnenden Aktes triumphiert) wird durch die führenden Charaktäre – Gandalf, Frodo und Aragon – verstärkt, die als Prophet, Priester und König „einander als Christus-Abbilder ergänzen“. Gandalf erscheint in der Geschichte immer zu kritischen, bestimmten Zeitpunkten, wie es die alttestamentlichen Propheten in der Geschichte Israels taten; und er stirbt und steht wieder auf. Frodo zertritt in seiner Schwachheit den Kopf der Schlange und trägt dabei eine bleibende Verletzung davon (vgl. dazu das so genannte „Protoevangelium“, Genesis 3,15): Man denkt sofort an Christi erlösende Wunden, die er in Ewigkeit behält. Aragon ist der „einstige und zukünftige König“: Der Leser erlebt „den Höhepunkt der Auseinandersetzung zwischen dem satanähnlichen dunklen Herrscher und dem christusähnlichen wahren König Aragon“ mit.

… Der Herr der Ringe fungiert als ein literarischer Johannes der Täufer – er ist nicht der Christus, aber er weist unerbittlich auf ihn, dabei werden andere zu Kreuz, Auferstehung, neuem Himmel und neuer Erde geführt.

Glauben und Denken 2/2009

Auf dem Weg zum Jahresende präsentiert das Martin Bucer Seminar noch eine Ausgabe von Glauben und Denken heute (GuDh). Darin gibt es u. a. einen erstmals in deutscher Sprache veröffentlichten Text von Francis A. Schaeffer aus dem Jahr 1951, der sich mit der Frage beschäftigt, wie wir zu wahrer Kraft und Freude am Herrn kommen. Schaeffer betont darin, dass man nur zu Kraft und Freude im Glaubensleben durchdingen kann, wenn man sowohl im persönlichen Leben als auch in der Gemeinde nach Reinheit in Lehre und Leben und nach Liebe strebt. So schreibt Schaeffer:

Im zweiten Kapitel der Offenbarung sehen wir wie Christus zu der Gemeinde in Ephesus spricht. Diese Gemeinde war eine arbeitende Gemeinde. Es war eine Gemeinde mit Geduld – Geduld offensichtlich mitten in Verfolgung um Christi willen. Es war eine Gemeinde, die falsche Lehre hasste, und Christus hat sie für all das gelobt, aber es mangelte ihnen an einer Sache: Sie hatten ihre erste Liebe verlassen. Sie hatten ihre Liebe zu Christus verlassen. Keiner von außen konnte das erkennen, aber Christus wusste es. Sie taten all die Dinge, die sie begonnen hatten, weil sie ihn liebten, aber sie taten diese Dinge nicht mehr länger aus einer tiefen Liebe zu Christus. Und der Herr sagte ihnen, wenn sie nicht zu ihrer ersten Liebe zurückkehrten, würde er ihren Leuchter wegnehmen. Das bedeutet, er würde ihr Zeugnis wegnehmen. Es gibt vor Gott nur ein akzeptables letztendliches Motiv – das ist unsere Liebe zu ihm.

Sehr interessant ist auch der Artikel von John Warwick Montgomery, der die Glaubwürdigkeit des christlichen Glaubens mit juristischen Mitteln untersucht. So schreibt er etwa zu der Frage, ob die neutestamentlichen Dokumente als Beweismittel taugen:

Wie gut sind diese Aufzeichnungen des Neuen Testaments? Sie erfüllen auf schöne Weise den Bedarf des Historikers an Verlässlichkeit in der Überlieferung (ihre Texte sind von der Zeit ihrer Niederschrift bis in unsere Tage akkurat überliefert worden), interner Verlässlichkeit (sie beanspruchen, als Dokumente Primärquellen zu sein, und das hört sich wahr an) und externer Verlässlichkeit (ihre Verfasserschaft und ihre Abfassungsdaten werden gestützt durch solche soliden äußeren Zeugnisse, wie das des Autors Papias aus dem frühen zweiten Jahrhundert, einem Schüler des Evangelisten Johannes. Ihm wurde von Johannes berichtet, dass die ersten drei Evangelien tatsächlich von ihren traditionell überlieferten Verfassern geschrieben wurden). Simon Greenleaf von Harvard, die größte Autorität des 19. Jahrhunderts im Beweisrecht in der Welt des Bürgerlichen Rechts, wandte auf diese Aufzeichnungen die „Antike-Dokumente“-Regel an: Antike Dokumente werden als taugliches Beweismittel angenommen, wenn sie „redlich in der äußeren Aufmachung“ sind (d. h. sie bieten keinen inneren Beweis für Manipulation) und in „annehmbarer Aufbewahrung“ erhalten wurden (d. h. ihre Konservierung war vereinbar mit ihrem Inhalt). Er zieht den Schluss, dass die Tauglichkeit der Dokumente des Neuen Testaments von jedem Gerichtshof bestätigt werden würde.

Daneben enthält die aktuelle Ausgabe von Glauben und Denken heute zwei Artikel von Thomas Schirrmacher, einen Bericht über ein neues Studienzentrum des Martin Bucer Seminars und zwei Buchrezensionen.

Hier kann Glauben und Denken heute heruntergeladen werden: GuDh 2/09

Die Absurdität eines kenotischen Christus

Konnte Jesus sich irren? War mit seiner Menschwerdung nicht untrennbar verbunden, dass er auch fehlbar, ja fehlerhaft sein musste? John Warwick Montgomery schreibt dazu:

Der Gedanke, dass Jesus auf menschliche und fehlbare Ideen begrenzt war (die sogenannte Kenotische Theorie(*) der liberalen Theologie) bricht ebenfalls unter seinem eigenen Gewicht zusammen. Nach der kenotischen Argumentation entschied sich entweder Jesus dafür, seine Aussagen den fehlbaren Ideen seiner Zeit anzupassen (in diesem Fall wäre er ein Opportunist, der im Geiste Lenins einen der grundlegendsten aller moralischen Irrtümer beging, nämlich zu erlauben, dass der Zweck die Mittel heiligt); oder er konnte im Prozess der Fleischwerdung selbst Selbstbegrenzung nicht vermeiden (in diesem Fall ist die Fleischwerdung von wenig oder gar keinem Wert für uns, denn es gibt keine Garantie dafür, dass sie irgendetwas Entscheidendes offenbart). Und bemerken Sie, dass, falls eine solch zweifelhafte Fleischwerdung absoluten Weizen mit kulturell relativer Spreu vermischt hätte, wir kein ausreichendes Kriterium haben würden, beides zu trennen, so dass der „absolute“ Teil uns nichts Gutes geben würde! Um das Bedürfnis der Menschen nach unwiderlegbaren Prinzipien der Menschenwürde zu befriedigen, darf ein fleischgewordener Gott nicht mit gespaltener Zunge reden. Im Licht der Unmenschlichkeit des Menschen gegen den Menschen ist das Letzte, was wir brauchen, eine zusätzliche, fehlbare Meinung, selbst wenn sie in göttliches Gewand verkleidet ist.

Und auch die Fußnote ist lesenswert:

(*) Vom griechischen Substantiv kenosis, dessen Verbform (= „sich selbst entleeren/sich selbst von Vorrechten entkleiden“) auf Christus in Phil 2,6–8 angewandt wird. Die biblische Lehre von der Fleischwerdung hat jedoch keine Ähnlichkeit mit der liberalen theologischen Idee von Jesu Fehlbarkeit. Typischerweise entwickelten theologische Liberale die Theorie, um ihren Kuchen (einen göttlichen Jesus) zu haben und ihn auch aufzuessen (gleichzeitige Ablehnung der konservativen Sicht Jesu von biblischer Autorität). … Es ist vielleicht wert, bemerkt zu werden, dass der bekannte Abschnitt in den Evangelien, in dem Jesus sagt, er kenne nicht die Stunde Seines zweiten Kommens (Mk 13,32), keine Bestätigung der Kenotischen Theorie ist, denn (1) geht es hier nur um das Wissen über einen einzelnen eschatologischen Punkt und (2) zeigt die Tatsache, dass Jesus an diesem Punkt das Wissen abstreitet, dass er sich auch in seinem Zustand der Fleischwerdung der Grenzen seines Wissens vollständig bewusst war. Und weil er die Kontrolle über Sein Wissen hatte, hätte er nicht absichtlich oder unabsichtlich falsche oder irreleitende Informationen gegeben, wenn er Zusicherungen machte (z. B. über die Verlässlichkeit der Bibel).

Haben die Jünger den Leichnam von Jesus gestohlen?

Das Grab am Ostermorgen war leer. Nun gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten, diese Tatsache zu erklären: Entweder ist Jesus von den Toten auferstanden, oder jemand hat seinen Leichnam gestohlen. Einer der wohl wichtigsten Apologeten unserer Zeit, Prof. Dr. Dr. J. W. Montgomery, äußert sich dazu in einem kleinen Video: www.jwm.christendom.co.uk

Mehr über und von John Warwick Montgomery gibt es hier.