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Die historische Glaubwürdigkeit der Auferstehung Jesu

Auf einen sehr hörenswerten Vortrag über die historische Glaubwürdigkeit der Auferstehung Jesu Christi des Althistorikers Dr. Jürgen Spieß hat Ron Kubsch hingewiesen. Der Vortrag kann hier angehört werden:
 

In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmals auf den Aufsatz Der christliche Glaube hat Gründe des Theologen und Juristen Prof. John Warwick Montgomery hinweisen, der hier gelesen und heruntergeladen werden kann: Glauben und Denken heute (Nr. 4)

Die Christusmystik des Apostel Paulus

Es ist ein problematisches Buch. Prof. Georg Huntemann sagte seinen Studenten, dass sie es erst nach einem zweistündigen Gespräch mit ihm lesen dürften. Er selbst hat es allerdings immer griffbereit auf seinem Schreibtisch liegen, weil es für ihn auch ein ganz wichtiges und wertvolles Buch ist. Es geht um „Die Mystik des Apostels Paulus“ von Albert Schweitzer.
Darin vertritt Schweitzer die Überzeugung, dass Paulus ein Mystiker besonderer Art war. Dies wird unter der Voraussetzung entfaltet,

den Sätzen Pauli ihre wörtliche Bedeutung zu lassen.  … Wir haben seine Worte reden zu lassen, wie sie lauten, nicht wie wir sie gerne hören möchten.

Einem seiner Kollegen, der eine andere Paulusperspektive vertritt, wirft Schweitzer demgegenüber vor:

Sein [gemeint ist der Kollege] ganzes Bestreben ist einseitig darauf gerichtet, ihn [gemeint ist Paulus] ohne weiteres aus irgendwie gleichlautenden hellenistischen Anschauungen zu erklären. Ehe der arme Apostel nur zu Worte kommt, hat er ihn schon mit Parallelstellen aus der hellenistischen Literatur gesteinigt.

Dieser Ansatz ist die große Stärke des Buches. Und so geht Schweitzer davon aus, dass die Mystik des Apostels Paulus ganz anders beschaffen ist, als die griechisch-hellenistische oder irgend eine andere bekannte Form. Die Frage, „Welcher Art ist die Mystik Pauli?“ beantwortet er folgendermaßen:

Sie nimmt eine ganz eigentümliche Stellung zwischen der primitiven und der denkenden Mystik ein. Die religiösen Vorstellungen des Apostels stehen hoch über denen der primitiven Mystik. Dementsprechend müsste seien Mystik auf das Einssein des Menschen mit Gott, als dem Urgrund des Seins, gehen. Dies tut sie aber nicht. Nie spricht Paulus von einem Einssein mit Gott oder einem Sein in Gott. Wohl behauptet er die Gotteskindschaft des Gläubigen. Gotteskindschaft aber faßt er merkwürdigerweise nicht als ein unmittelbares, mystisches Verhältnis zu Gott auf, sondern läßt sie vermittelt und verwirklicht sein durch die mystische Gemeinschaft mit Christo.
Höhere und niedere Mystik sind also durcheinandergeschoben. Bei Paulus gibt es keine Gottesmystik, sondern nur Christusmystik, durch die der Mensch in Beziehung zu Gott tritt.

Der Fundamentalgedanke der paulinischen Mystik lautet: Ich bin in Christo; in ihm erlebe ich mich als ein Wesen, das dieser sinnlichen, sündigen und vergänglichen Welt enthoben ist und bereits der verklärten Welt angehört; in ihm bin ich der Auferstehung gewiß; in ihm bin ich ein Kind Gottes.
Etwas ganz Eigentümliches hat diese Mystik noch dadurch an sich, daß das Sein in Christo als ein Gestorben- und Auferstandensein mit ihm vorgestellt wird, durch das man von der Sünde und dem Gesetze freigeworden ist, den Geist Christi besitzt und der Auferstehung gewiß ist. Dieses Sein in Christo ist das große Rätsel der Lehre Pauli.

Franz Overbeck, wohl der engste Freund von Friedrich Nietzsche und ein Theologe, der zeit seines Lebens damit beschäftigt war, „das Christentum loszuwerden“, schrieb über diesen rätselhaften Paulus:

Niemand hat Paulus je verstanden und der einzige, der ihn verstand, Marcion, hat ihn mißverstanden.

Auch wenn ich diese gar zu pessimistische Sicht nicht teile, macht sie doch deutlich, dass Paulus sehr eigen und einzigartig in seiner Darstellung des Evangeliums ist und m. E. zugleich so tief und wertvoll für die Christusnachfolge, dass eine intensive Beschäftigung damit mehr als bereichernd ist. Doch was der Apostel meint, wenn er schreibt, dass er mit Christus gekreuzigt ist, nicht mehr selbst lebt, sonder Christus in ihm (Gal 2,19.20, vgl. auch Röm 7,4) und eine neue Kreatur ist (2Kor 5,17) oder dass alle, die auf Christus getauft sind, ihn „angezogen“ haben und jetzt „einer sind in Christus Jesus“ (Gal 3,26–28, vgl. auch Röm 12,4.5) und dass alle, die mit Christus begraben wurden auch von ihm auferweckt werden (vgl. Röm 8,9–11), so dass das Kreuz der Gegenstand des Ruhmes eines Christen wird (Gal 6,14), das erschließt sich nur dem, der Christus auch wirklich folgt und sich ihm ganz und gar anvertraut (Phil 3,8–11):

Ich betrachte überhaupt alles als Verlust im Vergleich mit dem überwältigenden Gewinn, dass ich Jesus Christus als meinen Herrn kenne. Durch ihn hat für mich alles andere seinen Wert verloren, ja, ich halte es für bloßen Dreck. Nur noch Christus besitzt für mich einen Wert.

Zu ihm möchte ich um jeden Preis gehören. Deshalb will ich nicht mehr durch mein eigenes Tun vor Gott als gerecht bestehen. Ich suche nicht meine eigene Gerechtigkeit, die aus der Befolgung des Gesetzes kommt, sondern die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und denen geschenkt wird, die glauben. Ich möchte vor Gott als gerecht bestehen, indem ich mich in vertrauendem Glauben auf das verlasse, was er durch Christus für mich getan hat.

Ich möchte nichts anderes mehr kennen als Christus: Ich möchte die Kraft seiner Auferstehung erfahren, ich möchte sein Leiden mit ihm teilen. Mit ihm gleich geworden in seinem Tod, hoffe ich auch, zur Auferstehung der Toten zu gelangen.

Christus verweist auf die Bibel

Es ist ein seltsames Bild: Da sind zwei der Apostel unterwegs, bewegt von den Ereignissen und Berichten der letzten Tage und Stunden (vgl. Lk 24,13 ff.). Sie sind nicht in der Lage, sich auf all das Erlebte einen Reim zu machen, bis ein mysteriöser Fremder zu ihnen tritt und zuhört. Sie erzählen ihm in ihrer Ratlosigkeit alles. Seine Reaktion muss die beiden hart getroffen haben:

O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! (Lk 24,25)

Der geheimsvolle Fremde ist der auferstandene Jesus Christus, der seine Jünger rügt, weil sie nicht im Stande waren, die Ereignisse im Licht der Heiligen Schrift zu deuten:

Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war. (Lk 24,27)

Jesus lenkt den Blick der Jünger, die sich angstvoll zurückgezogen hatten und nicht mehr weiter wussten, auf das, was die Bibel über ihn sagt. Ganz ähnlich verhält es sich in der darauf folgenden Begegnung zwischen Jesus und seinen Jüngern. Wieder trifft der Auferstandene auf erstaunten und ängstlichen Unglauben und wieder lenkt er die Aufmerksamkeit der Jünger auf das Zeugnis der Schrift:

Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, sodass sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: So steht’s geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem und seid dafür Zeugen. (Lk 24,44-48)

Im Wort der Bibel findet der Gaube der Jünger das tragfähige Fundament für ein Leben als Zeugen und Nachfolger Christi. Jesus selbst ist dabei derjenige, der Schlüssel und Tür zum Verständnis der Bibel ist. Was er damals in leiblicher Gegenwart tat, tut er heute bei denen, die ihm vertrauen, durch seinen Geist (siehe Lk 24,49; Apg 2,4; Joh 14,26; Joh 15,26; 1Joh 2,20.27). Wer folglich hier und da nach Orientierung und Wegweisung sucht und dabei meint, ohne das Licht der Heiligen Schrift Christus nachfolgen zu können, der wird im Dunkel wandern – denn Christus verweist uns auf die Bibel.

Haben die Jünger den Leichnam von Jesus gestohlen?

Das Grab am Ostermorgen war leer. Nun gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten, diese Tatsache zu erklären: Entweder ist Jesus von den Toten auferstanden, oder jemand hat seinen Leichnam gestohlen. Einer der wohl wichtigsten Apologeten unserer Zeit, Prof. Dr. Dr. J. W. Montgomery, äußert sich dazu in einem kleinen Video: www.jwm.christendom.co.uk

Mehr über und von John Warwick Montgomery gibt es hier.

Auferstehung zum Leben

Ostern rückt näher und Bruno Schwengeler schreibt in ethos über das Sterben, den Tod und über die Auferstehung zum Leben: (weiterlesen…)

Frage und Antwort: Datum der Kreuzigung?

Frage: Wann ist Jesus wirklich gekreuzigt worden? Beim Lesen verschiedener Bibeln, Bibelkommentare und Bücher wird die Frage brennend. Jeder Autor kommt nach seinen Berechnungen auf Grund biblischer Berichte auf ein anderes Datum. Auch der Wochentag schwankt zwischen Donnerstag und Freitag. Welche Argumente sprechen für welche Lösung?

Antwort: Die vorliegende Frage ist durchaus naheliegend, denn die Evangelien machen zahlreiche exakte Angaben zum Datum der Kreuzigung. Die Daten liegen natürlich alle in den damaligen Kalendersystemen vor, sind aber so, dass sie vergleichbar wären mit der Angabe des Datums, dass ich für das wahrscheinliche halte: Freitag, der 7. April 30 (zwischen 9 und 15 Uhr). Damit aber beginnt das Problem. Die von mir gemachte Angabe ist ein proleptisches Datum, denn der bei uns heute gebräuchliche, so genannte gregorianische Kalender hat seine allgemeine Geltung erst wenige hundert Jahre. Er wurde ab 1582 eingeführt, aber galt in manchen Bereichen Deutschlands erst im 18. Jahrhundert und die russisch-orthodoxe Kirche feiert ihren 24. Dezember immer noch am 6. Januar, weil sie den gregorianischen Kalender nicht eingeführt hat. Deswegen fand die russische Oktoberrevolution auch am 7. November 1917 statt, jedenfalls nach (unserem) gregorianischen Kalender. Denn die Russen richteten sich damals noch nach dem Julianischen Kalender, der zwar schon 46 v. Chr. von Julius Caesar eingeführt wurde, aber auch nicht überall gültig wurde. Auch die Bezeichnung der Wochentage und Monate, die Abgrenzung der Monate und Jahreswenden und die Feststellung der Uhrzeit war zu neutestamentlicher Zeit anders. Man rechnet also unser System rückwärts in die Zeit bevor es Gültigkeit besass, d.h. proleptisch. Dabei muss eine Synchronisation zwischen römischen Zeitangaben, jüdischem Kalender und Festtagskalender und dem unsrigen vorgenommen werden. (weiterlesen…)

Frage und Antwort: Auferstehung des Körpers?

Frage: Was geschieht mit dem toten Körper derer, die bei der allgemeinen Auferstehung schon lange verstorben sind? Wird dieser verweste Leib, von dem vielleicht nur noch Knochen oder nicht einmal mehr die vorhanden sind, wieder auferstehen und danach oder dabei verwandelt werden oder bleibt er in der Erde und wir erhalten bei der Auferstehung sofort den himmlischen Leib?

Antwort: Obwohl der neue Körper, den wir bei der Auferstehung erhalten, ganz und gar neu und anders ist als der alte, in dem wir jetzt leben, legt das Wort Gottes wert darauf, dass es eine geheimnisvolle Verbindung zwischen dem alten und neuen Körper gibt. Paulus spricht vom verweslichen Körper als einem Samenkorn (1Kor 15,35ff) und meint doch, dass der alte und der neue Körper nicht vergleichbar sind, sondern ganz anders beschaffen. Dem alten Körper haftet Unehre an, der neue ist herrlich, der alte kann die Schwachheit nicht überwinden, der neue kennt nur die Kraft Gottes, der alte lebt in ständigem Verfall, der neue kann nicht verwesen. (weiterlesen…)