Das Wohlstandsevangelium ist zwar in unseren Breitengraden (noch) nicht sonderlich populär, dennoch hat mich so manches, was ich in dem Bericht der Journalistin Christine Wollowski über die Evangeliumsverkündigung in Brasilien las, an Erscheinungen hierzulande erinnert:
Um den Weg in den Himmel zu finden, muss sich längst keiner mehr für Kirche und Religion an sich interessieren. Ähnlich wie die Scientologen, die in den 80er Jahren ihre Kunden durch Tests zur Selbsterkenntnis köderten – immerhin mitten in der Psycho-Ära – holen die Seelenfänger der evangelischen Freikirchen ihre Kunden dort ab, wo deren Interesse liegt. Vermutlich deswegen wachsen sie von allen Religionsgemeinschaften in Brasilien am schnellsten.
Besonders beliebt bei jungen Leuten ist die Kirche „Renascer em Cristo“. Kein Wunder: in manchen Tempeln sind Tattoo-Studios integriert, andere bieten Videogames oder Reggae-Shows. Für eine pfiffige Verbindung zur angeblichen Spiritualität sorgen die pfiffigen Pastoren mühelos – selbst wenn das Thema des Abends „Extreme Fight“ heißt, wie kürzlich bei einer Großveranstaltung. Da stiegen zuerst Pastoren beim Jiu-Jitsu gegeneinander in den Ring, danach hielt ein weiterer Pastor in Army-Hosen die passende Predigt: „Kämpfe lieber um dein Leben“ hieß die originelle Botschaft.
Der vollständige Beitrag kann hier nachgelesen werden: Du musst, musst, musst in den Himmel hinein
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