Wider den Synergismus

Der Synergismus in der Theologie ist die Lehre, dass Gott und Mensch, etwa im Blick auf das Heil oder die Heiligung, “zusammen arbeiten” (griech. syn=zusammen, ergo=ich arbeite). So muss aus dem Blickwinkel des Synergismus beispielsweise Kol 3,5 so verstanden werden, dass der Christ durch Christus gerettet ist und es jetzt bei jedem Christen liegt, die Sünde aus dem eigenen Leben zu vertreiben; frei nach dem Motto: Gott hat seinen Teil getan, jetzt bist Du dran! Cornelius van Til kommentiert dies:

Der Synergismus hält es für erwiesen, dass es zwischen Gott und Mensch keine wahre persönliche Beziehung geben kann, ehe man nicht die Absolutheit Gottes in dem Maße bestreitet, dass man die Freiheit des Menschen aufrechterhalten kann. Der Synergismus setzt voraus, dass ein Mensch nicht wahrhaft persönlich handeln kann, sofern ein solches Handeln unpersönlich ist. D. h. Synergismus bedeutet, dass menschliches Handeln nicht zugleich ein persönliches Handeln Gottes sein kann, wenn auch in einem anderen Sinn. Der Synergismus setzt voraus, entweder nur der Mensch oder [nur] Gott könnte zu einer bestimmten Zeit und einem bestimmten Ort persönlich handeln, aber sie könnten dies nicht gleichzeitig am selben Berührungspunkt tun …
A Survey of Christian Epistemology, Bd. 2., S. 68

Letztlich ist doch dann der “Gott-Mensch” Jesus Christus die leibhaftige Widerlegung des Synergismus.


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