Archiv für die Kategorie ‘Fragen zum AT’

Die Prüfung Abrahams

Es ist ein einer der umstrittensten und schwierigsten Berichte der Bibel: die Versuchung Abrahams und der damit verbundene Auftrag zur Opferung Isaaks (1Mose 22). Einen interessanten Beitrag zum Verständnis dieser Begebenheit hat der Ethiker Dr. Jürgen-Burkhard Klautke in der aktuellen Ausgabe der Bekennenden Kirche verfasst. Das Heft kann hier als PDF heruntergeladen werden: Bekennende Kirche Nr 40

Es besteht auch die Möglichkeit, sich den Text vorlesen zu lassen (Mp3):
 

Wie lesen wir das Alte Testament?

Dieser wichtigen Frage geht mit vielen hilfreichen Anmerkungen Herbert J. Jantzen in einem Vortrag nach.

 
Download: Teil 1

 
Download: Teil 2

Zwei sich widersprechende Schöpfungsberichte?

Vor einiger Zeit wurde hier in einem Beitrag schon einmal diskutiert, ob es zwei sich widersprechende Schöpfungsberichte gibt. Die Studiengemeinschaft Wort und Wissen hat dazu einen hilfreichen Flyer zusammengestellt, der hier als PDF heruntergelanden werden kann: www.wort-und-wissen.de

Hat Jesus in der Hölle gepredigt?

Es ist eine “dunkle” Stelle, die wir in 1Petrus 3,19.20 lesen:

In ihm ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis, die einst ungehorsam waren, als Gott harrte und Geduld hatte zur Zeit Noahs, als man die Arche baute, in der wenige, nämlich acht Seelen, gerettet wurden durchs Wasser hindurch.

Zu diesen beiden Versen gibt es die unterschiedlichsten Auslegungen. Eine der wohl bekanntesten ist die, dass Jesus nach seiner Kreuzigung in der Hölle den verlorenen Seelen aus der Zeit Noahs das Evangelium oder gar den Toten allgemein predigte. Eine kurze Darstellung und Diskussion der verschiedenen Auslegungen findet sich hier: www.nikodemus.net

Allerdings stimme ich mit dem dort vertretenen Ergebnis nicht überein. Meiner Ansicht nach, spricht diese Stelle im ersten Petrusbrief davon, dass Christus durch Noah seiner Zeit den Menschen damals das Evangelium predigte. Diese Ansicht wird auch in einer Auslegung des von mir sehr geschätzten Herbert J. Jantzen vertreten, die hier angehört werden kann (1Petr 3,19.20 wird ca. ab dem letzten Drittel des Vortrags besprochen, aber es lohnt sich sehr auch die ersten beiden Drittel anzuhören!): mp3-Download

 

Gottessöhne und Menschentöchter

In den ersten beiden Versen von 1Mose 6 heißt es:

Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der (übrigen) Menschen waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten.

Eine der gängigsten Auslegungen in Anlehnung an Judas 6 und 2Petr 2,4.5 ist, dass es sich bei den Gottessöhnen um (gefallene) Engel handelt. Weit plausibler erscheint mir aber das, was im berühmten Keil-Delitzsch Kommentar vor weit über hundert Jahren festgehalten wurde: Die Gottessöhne sind Nachkommen Seths (die mit Gott lebten), während die Menschentöchter Nachkommen Kains (die ohne Gott lebten) sind. Wer es genauer wissen will, erfährt mehr dazu im Kommentar zum ersten Buch Mose von Keil-Delitzsch, der hier als PDF heruntergeladen werden kann: www.sermon-online.de

Warum war Abels Opfer besser?

In 1Mose 4 wird uns die Geschichte von Kain und Abel berichtet. Kain erschlägt schließlich seinen Bruder aus Missgunst, weil Gott Abel und seine Gabe annahm, das was Kain zu geben hatte aber nicht. Dafür gibt es m. E. zwei Gründe, die in Hebr 11,4 genannt werden:

Durch den Glauben hat Abel Gott ein besseres Opfer dargebracht als Kain …

Abel vertraute Gott und gab aus diesem Vertrauen heraus “ein besseres Opfer”. Zu diesem “besseren Opfer” hat Martin Schweikert eine interessante Bibelstudie verfasst, die hier nachgelesen werden kann: www.bibelbund.de

Frage und Antwort: Widersprüche bei Esaus Frauen?

Frage: Nicht nur der Rebekka bereiten die Frauen Esaus Herzenskummer (1Mose 26,35), sondern auch mir, denn für mich sind die verschiedenen Berichte widersprüchlich (1Mo 26,34; 28,9; 36,2-5). War Basmath die Tochter Elons (26,34) oder die Tochter Ismaels (36,3)? Wo bleibt Judith aus dem ersten Bericht? Wo kommt Oholibama her? Menschlich gesprochen würde ich das für einen „Dreher” halten, da ich aber an die Irrtumslosigkeit der Schrift glaube, meine ich, es sollte eine andere Erklärung geben. Können Sie hier weiterhelfen?

Antwort: Dass Mose beim Aufschreiben der ihm vorliegenden Überlieferung die Namen durcheinander geworfen hat, das lehnen wir als Bibeltreue ab. Wir meinen auch nicht, dass er etwa die Unterschiede zwischen den Kapiteln nicht wahrgenommen hätte. Wenn die Unterschiede auf die Originalschrift zurückgehen, dann sind sie letztlich von Gott beabsichtigt und dann wusste sehr wahrscheinlich auch Mose ihren Ursprung und ihren Sinn. Im Laufe der Überlieferung hätte es aber auch beim Abschreiben zu Verwechslungen, Überspringen von Zeilen oder Ähnlichem kommen können. Ein solcher „Dreher” könnte sehr wohl eine annehmbare Erklärung sein, aber die müsste auch begründet werden können. Im vorliegenden Fall sehe ich aber keine Möglichkeit die unterschiedlichen Namen der Frauen Esaus darauf zurückzuführen. Und auch bei der Frage der Abstammung lässt sich das nicht sinnvoll rekonstruieren. (weiterlesen…)

Frage und Antwort: Wonach verlangt die Frau?

Einer der meistgelesenen Artikel auf NachfolgeBlog war/ist Wonach verlangt die Frau?. Daher wollte ich auch auf folgende Deutung, die ich neulich in dem  Buch In the Shadow of the Cross: A Biblical Theology of Persecution and Descipleship von Glenn M. Penner las, hinweisen: (weiterlesen…)

Frage und Antwort: Besitzrecht vor Eherecht?

Frage: In 2Mose 21,4 scheint das Besitzrecht über dem Eherecht zu stehen. Wie passt diese „Ordnung” zur biblischen Ethik? Steht nicht sonst der Mensch und die menschliche Beziehungen über einem Besitzanspruch?

Antwort: Die angesprochene Regelung wird besser verständlich, wenn man versucht die Situation nachzuvollziehen, die 2Mose 21,1-6 zugrunde liegt. Es geht nicht um eine Konkurrenz zwischen Besitzrecht und Eherecht. Die Rechtsordnung ist eine Regelung für einen Hebräer, der sich aufgrund finanzieller Not in die Abhängigkeit als Sklave bei einem anderen Hebräer begeben mußte (3Mose 25,39). Durch das Gesetz wird geregelt, dass diese Abhängigkeit nicht länger als 6 Jahre dauern darf.  (weiterlesen…)

Frage und Antwort: Welchen Sinn haben die Reinheitsgebote?

Frage: Welche Bedeutung haben die Reinheitsgesetze im 3Mose 11-15? Ein gesundheitlicher Aspekt erscheint mir zur Erklärung nicht auszureichen. Warum etwa ist der Mann beim Samenerguss und die Frau bei der Menstruation unrein? Warum bleibt nach 3Mo 12,1-5 eine Frau nach der Geburt eines Mädchens doppelt so lange unrein wie nach der Geburt eines Jungen? Sind das nicht alles natürliche Abläufe, die Gott so gegeben hat? 

Antwort: Über die theologische Bedeutung der Reinheitsgesetze gab es im Lauf der Geschichte viele Spekulationen. Vor allem das „Warum” der einzelnen Regelungen blieb dunkel. Bisher hat niemand ein eindeutiges Prinzip entdecken können, warum etwa ein Tier unrein, das andere rein sein soll. Und die Bibel selbst sagt nichts zu den Gründen für die Unterscheidungen, obwohl sie, was die Tiere betrifft, schon früh bestanden haben müssen (vgl. 1Mose 7,2; 8,20). So waren die Ideen bei Juden und Christen zahlreich: Man hat im Wiederkäuen der reinen Tiere schon mal symbolisch die Beschäftigung mit dem Wort Gottes angedeutet gesehen. Rationalistisch gedeutet wurde alles als Hygienevorschriften (Schweinefleisch sei weniger haltbar oder weniger gesund) oder als Opposition gegen kanaanäische Riten gesehen (wenn in Kanaan das Schwein als Gott verehrt wird, dann ist es für Israel unrein). Ein gesundheitlicher Aspekt könnte höchstens im Blick auf die Ansteckungsgefahr bei bestimmten Hauterkrankungen geltend gemacht werden, die einen Menschen z. B. bei Aussatz unrein werden ließen. Aber gerade Aussatz ist in dieser Hinsicht eine ungefährliche Krankheit. Moderne Interpreten meinten, dass sich die soziale Ordnung Israels in den Reinheitsgeboten abbilde. Auch eine Art Tierschutz wurde schon darin gesehen: Weil das Schwein nur zum Schlachten und Essen aufgezogen wird und sonst keinen Nutzen hat, soll man es nicht essen, weil dies der Würde des Tieres nicht entspricht. Auch die Überlegung, dass an den Stellen, wo 3Mose von Unreinheit redet, die Macht und das Wirken des Todes besonders zum Ausdruck kämen, ist nicht überzeugend. Man muß feststellen: keine Erklärung ist befriedigend. (weiterlesen…)