Vor gut drei Jahren, am 9. Oktober 2005, hielt Prof. Dr. Dr. Georg Huntemann seine Abschiedsvorlesung und beendete damit seine 35 Jahre dauernde Lehrtätigkeit an der STH in Basel (ehemals FETA). Geboren wurde Georg Huntemann am 10. Juni 1929 in Bremen, wo er bis heute lebt. In seiner Jugend las er während der Zeit des Nationalsozialismus Mein Kampf von Adolf Hitler und parallel dazu die Bibel. Von letzterer mehr angesprochen, entschloss er sich, am Konfirmandenunterricht teil zu nehmen. Dort traf er auf einen lutherischen Pastor, über den Huntemann später schrieb:
Ich erinnere mich noch, daß ich ihn bei der Anmeldung zum Unterricht wie eine Sehenswürdigkeit anstarrte: Eine lange, hagere Gestalt mit Gehrock und Eckenkragen, weißem Haar, ungemein ausdrucksvollen Augen und wohlklingender Stimme. Als Autorität stellte er einen bemerkenswerten Unterschied dar zu den “Führergestalten” der damaligen Zeit. Welch ein Unterschied zwischen Autorität und Diktatur, Führer und Pastor!
Hier lernte Huntemann einen unverkrampften und lebendigen Christusglauben kennen:
Wichtig ist nicht, was wir in uns fühlen, erleben oder finden. Es geht um den Glauben, in dem wir über uns hinauswachsen und indem wir nicht uns selbst, sondern Christus begegnen.
All das löste in dem jungen Georg den Wunsch aus, Pastor zu werden. So packte er 1949 seine Koffer, um Theologie und Philosophie zu studieren – nicht ahnend, was ihn auf seiner langen Studienreise von (weiterlesen…)