Archiv für die Kategorie ‘Glaube’

Was Glaube ist

Der Glaube ist nicht eine Beschaffenheit am Geiste, das heißt ein Gedanke; denn wie groß dieser auch immer sein mag, gilt er doch nichts an sich selbst. Sondern das ist der Glaube, der Christus in sich begreift und Christus ergreift. Außer Paulus gibt es diese Theologie nicht.

Martin Luther, Tischreden WA 3175

Kein Gottvertrauen ohne Christus

Ein Gottvertrauen ohne Christus ist leer und ohne Gewissheit, ja es kann nur eine andere Form des Selbstvertrauens sein.
Wer aber weiß, dass Gott in Jesus Christus in unser Leiden eingegangen ist, der darf mit großem Vertrauen sagen: „Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“

Nun wissen wir, dass es kein Leiden auf Erden mehr gibt, in dem Christus nicht bei uns wäre, mit uns leidend, betend, der einzige Helfer.

Dietrich Bonhoeffer

Das soll mein Glaube sein

Folgende Worte werden Luther zugeschrieben, und sie passen gut zu ihm:

Mir ist es bisher wegen angeborener Bosheit und Schwachheit unmöglich gewesen, den Forderungen Gottes zu genügen. Wenn ich nicht glauben darf, dass Gott mir um Christi willen dies täglich beweinte Zurückbleiben vergebe, so ist’s aus mit mir. Ich muss verzweifeln. Aber das lass ich bleiben. Wie Judas an den Baum mich hängen, das tu ich nicht. Ich hänge mich an den Hals oder Fuß Christi wie die Sünderin. Ob ich auch noch schlechter bin als diese, ich halte meinen Herrn fest. Dann spricht er zum Vater: Dies Anhängsel muss auch durch. Er hat zwar nichts gehalten und alle deine Gebote übertreten, Vater, aber er hängt sich an mich. Was will’s! Ich starb auch für ihn. Lass ihn durchschlupfen. – Das soll mein Glaube sein!

Wie in den Tagen Noahs

Gestern Abend im Hauskreis sprachen wir über das Einbrechen der Sintflut. Noah war der einzige zu seiner Zeit, der in einem rechten Verhältnis zu Gott lebte (vermutlich auch noch seine Familie). Er baute ein riesiges Schiff – für seine Zeitgenossen ein unsinniges Unterfangen. Er predigte Gottes Gerechtigkeit (1Petr 3,19.20; 2Petr 2,5) und wurde nicht beachtet (Mt 24,39).

Es liegt mir fern, in Endzeitstimmung verfallen zu wollen, aber das Vorbild Noahs macht doch Mut konsequent im Vertrauen auf Gott zu leben (vgl. Hebr 11,7) und sich an ihn zu binden. In diesem Zusammenhang ermahnt uns Gott (1Petr 3,8–18):

Endlich aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt. Denn»wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber steht wider die, die Böses tun«. Und wer ist’s, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht; heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Gottesfurcht, und habt ein gutes Gewissen, damit die, die euch verleumden, zuschanden werden, wenn sie euren guten Wandel in Christus schmähen. Denn es ist besser, wenn es Gottes Wille ist, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen. Denn auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.

Und weiter (1Petr 4,1–5):

Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat aufgehört mit der Sünde, dass er hinfort die noch übrige Zeit im Fleisch nicht den Begierden der Menschen, sondern dem Willen Gottes lebe. Denn es ist genug, dass ihr die vergangene Zeit zugebracht habt nach heidnischem Willen, als ihr ein Leben führtet in Ausschweifung, Begierden, Trunkenheit, Fresserei, Sauferei und gräulichem Götzendienst. Das befremdet sie, dass ihr euch nicht mehr mit ihnen stürzt in dasselbe wüste, unordentliche Treiben, und sie lästern; aber sie werden Rechenschaft geben müssen dem, der bereit ist, zu richten die Lebenden und die Toten.

Von den klugen und den törichten Jungfrauen

Am vergangenen Sonntag hat Olaf Latzel über die klugen und die törichten Jungfrauen aus Mt 25,1–13 gepredigt. Die Predigt kann hier angehört werden (Download):

 

Für wen starb Jesus?

Ein Theologieprofessor sagte einmal: “Man muss auch mal etwas sagen, was die Menschen provoziert.” So möchte ich hier jetzt etwas zitieren, was vermutlich auch den ein oder anderen Leser provozieren wird oder zumindest zum Nachdenken anregen mag:

Wenn man die Frage stellt, für wen Christus am Kreuz starb, antworten viele Christen spontan ‚für alle Menschen‘. Die weitaus meisten Stellen, die angeben, für wen Christus starb oder kam, sprechen jedoch eindeutig von seinem Sterben beziehungsweise Kommen für die ‚Gemeinde‘, für ‚uns‘ usw. (z. B. 2Kor 5,21; Röm 5,8; Röm 8,3.31–33; Gal 1,3–5; Eph 5,25; Mt 1,21; Joh 10,15; 1Joh 4,10; vgl. Eph 1,4; Joh 17,9). Die reformierte (genauer die calvinistische) Theologie geht sogar davon aus, dass an keiner Stelle gesagt wird, dass Jesus für die Welt als Ganzes starb, sondern immer alle Christen angesprochen werden, also der Teil der Menschheit gemeint ist, der tatsächlich gerettet wird. Tatsächlich gibt es neben den zahlreichen Texten, nach denen der Tod Jesu für die Gemeinde geschehen ist – auch wenn dies wie in 2Petr 3,9 oft erst aus dem Zusammenhang deutlich wird – nur wenige Texte im Neuen Testament, in denen überhaupt davon die Rede ist, dass Jesus für ‚alle‘ Menschen oder die ‚Welt‘ (nämlich 1Tim 2,4; Joh 1,29; 3,16; 1Joh 2,2; 2Petr 2,1; 1Tim 4,10) starb, also auch für die, die dann doch verloren gehen. Ich gehe hier eher von einer klassischen Komplementarität aus. Im Sinne des in Ewigkeit vollendeten Heilswerkes starb Christus für die, die tatsächlich in ewiger Gemeinschaft mit Gott leben werden. Im Sinne der Reichweite, Mächtigkeit und des Angebotes, starb er für die ganze Welt.

So starb Jesus Christus auch für Dich!

Der vollständige Artikel Gnade vor Recht durch Sühne und Versöhnung von Prof. T. Schirrmacher kann in der aktuellen Ausgabe von Glauben und Denken heute nachgelesen werden (GuDh).

Stabilität in unsicherer Zeit

In einer Andacht in factum zeigt Rolf Höneisen anhand des Lebens des Propheten Daniel, wie wir in unsicheren Zeiten standhalten und Stabilität in unser Leben bringen können:

Die Anzeichen mehren sich, dass in den kommenden Monaten weitere Arbeitsplätze gestrichen werden. Die Angst vor der Entlassung mit allen Konsequenzen geht um. Die Verunsicherung wächst. Die Heilige Schrift rät uns: «Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus» (Sprüche 4,23). Wie finden wir Ruhe in der Unsicherheit, Frieden für unser unruhiges Herz? Wo ist die angstfreie Zone? weiterlesen …

Glaubensgewissheit ‘extra nos’

Martin LutherGlaubensgewissheit gibt es für den Menschen nur dort, wo er seine Verbindung zu Gott nicht in oder bei sich selbst, sondern allein in Christus sucht. Martin Luther sagte dazu: ”Dies ist also der Grund, warum unsere Theologie voller Gewißheit ist: sie reißt uns von uns selbst los und stellt uns außerhalb von uns [extra nos], so daß wir uns nicht auf unsere Kräfte, unser Gewissen, unsere Wahrnehmung, unseren Charakter und unsere Werke, sondern auf das verlassen, was außerhalb von uns ist, das heißt: auf die Verheißung und Wahrheit Gottes, die nicht trügen können.” (WA 40/I,589,25–28)

Und worauf setzt Du Dein Vertrauen?

Und als er sich auf den Weg machte, lief einer herbei, kniete vor ihm nieder und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe? Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein. Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemanden berauben; ehre Vater und Mutter.« Er aber sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf. Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach! Er aber wurde unmutig über das Wort und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter. Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen! Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte. Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Liebe Kinder, wie schwer ist’s, ins Reich Gottes zu kommen! Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme. Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander: Wer kann dann selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist’s unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott. (Mk 10,17-27)

Dieser reiche Mann gehört zu denjenigen, die im Leben alles erreicht haben – und das schon in jungen Jahren. Auf der Karriereleite war er gut unterwegs, Geld hatte er wie Heu und die Schafe im trockenen. Was das Materielle anbelangt, war er rundum abgesichert. Er hatte das, wovon die meisten Menschen in unserem Land träumen: Genug Geld für heute und ausreichend Sicherheiten für morgen. Getrost konnte er in die Zukunft blicken und wußte, wenn ich nicht mehr arbeiten kann, werden mich meine Anlangen, meine Versicherungen und Rentenfonds versorgen. Dennoch war er kein Materialist. Er glaubte an Gott. Also dieser reiche “Jüngling” hat, der hier zu Jesus kommt, hat auch noch Werte und Moral. Der war kein Betrüger oder Dieb. Der gehörte nicht zu denen, die ihr Geld am Fiskus vorbei ins Ausland schleusen. Der hatte sein Vermögen auf ehrliche Art und Weise verdient. Kurzum: Wir haben hier den Traum einer jeden Schwiegermutter vor uns: Jung, reich und erfolgreich. Eigentlich müsste so einer doch glücklich sein!? (weiterlesen…)

Der Glaube kommt aus dem Gehörten …

Da der Glaube bekanntlich aus dem Gehörten kommt (Röm 10,17), sind Hörbibeln eine feine Sache. Ob beim Autofahren, beim Spazierengehen, beim Sport oder einfach zum Entspannen – Hörbibeln können einem das Wort Gottes wieder ganz neu nahebringen. Oft, wenn ich mir ein biblisches Buch an einem Stück anhöre, werden mir Zusammenhänge deutlich, die ich beim Lesen bisher übersehen habe. Daher kann ich Hörbibeln als Ergänzung zum Bibellesen sehr empfehlen. (weiterlesen…)